Rezensionen - Archiv

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Rosemarie Schulak

Die Geschichte einer Selbstwerdung. Rezensentin: Sidonia Gall

Diese außergewöhnliche und berührende Geschichte beginnt in der Mitte der 1930er Jahre. Unter unfassbaren Bedingungen verläuft, von Beginn an das beschwerliche Leben eines heranwachsenden Kindes. Das Neugeborene, ein Knabe, wurde nach der Geburt auf den Stufen einer Kirche abgelegt.

Etela Farkašová

Erzählungen. Rezensentin: Rosemarie Schulak

Die Philosophin und vielfach preisgekrönte Schriftstellerin Etela Farkasová ist in ihrer slowakischen Heimat als Lyrikerin und sehr beliebte, ja eine der meistgelesenen Prosaistinnen bekannt, die ihre Leser aus trivialen Welten in verborgene Bereiche menschlichen Seelenlebens führt. Aus ihrem umfangreichen mehr als dreißigbändigen Werk liegen mit „Stillleben eines frühen Abends" bereits fünf Bücher in deutscher Sprache vor; genug um eine Vielfalt subtiler Themen der großen Erzählerin kennen und schätzen zu lernen.

Etela Farkašová

Erzählungen. Rezensentin: Sascha Wittmann

Stillleben eines frühen Abends versammelt sechs Erzählungen. Gemeinsam ist ihnen, dass gewiss scheinende Identitäten plötzlich unsicher werden. Die Protagonistinnen – es sind durchwegs Frauen – entstammen einem intellektuellen Milieu, Reflexion gehörte immer zu ihrem Leben, was diese schleichenden Veränderungen umso bedrohlicher machen.

Regine Koth Afzelius

Roman. Rezensent: Martin Stankowski

Zu den inhaltlichen (ikonografischen, namentlich ikonologischen) Darlegungen ließe sich ziemlich viel ergänzen, einiges einwenden, sogar in Frage stellen. Doch eine nachgelieferte kunsthistorische Prüfung würde (ungeachtet der in den Inspirationsquellen aufgeführten wissenschaftsnahen Publikationen) dem Impetus des Buchs beileibe nicht entsprechen:

Wolfgang Groiss

Gedichte zum Verweilen in eiliger Zeit. Rezensent: Bernhard Heinrich

Das Werk von Wolfgang Groiss ist umfangreich und vielseitig, es umfasst Jahrzehnte der Produktion und reicht von heiterer Lyrik bis zur Mundart, kehrt aber immer wieder zu den großen ernsten Themen der Lyrik zurück. Der vorliegende Band ist eine Art Zusammenschau der vergangenen Beschäftigung mit Liebe, Landschaft, Jahreszeiten, Vergänglichkeit und unserem Verhältnis zu Gott, Themen, die ja alle innig zusammenhängen.

Schawerda/Zwettler-Otte

Rezensent: Gottfried Pixner

Beide Autorinnen sind den interessierten Leserinnen und Lesern wohlbekannt ‒ Germanistinnen beide; dazu weist sich Frau Schawerda noch als Kunsthistorikerin, Frau Zwettler-Otte zudem als Psychologin und Lehranalytikerin der „Wiener Psychoanalytischen Vereinigung“ aus. Man darf gespannt sein, wie die beiden Damen, derart sensibel „aufgerüstet“, aus dem Rohmaterial der „gefährlichen kleinen Wörter“ mit geschicktem Griff verräterische Wortpartikel herausfischen, um sie seelenärztlich „abzuklopfen“.

Rosemarie Schulak

Die Geschichte einer Selbstwerdung. Rezensentin: Annemarie Moser

Georg, der Protagonist der Erzählung „Das andere Brot“, ist in den frühen Dreißigerjahren als Baby von seiner Mutter im Stiegenhaus eines Klosters ausgesetzt worden. Als Findelkind wird er der Kleinbauernfamilie „B.“ übergeben, wo er Kostkind und Arbeitskraft ist. Niemand weiß genau, wie alt er und woher er gekommen ist, diese Ungewissheit verunsichert den schweigsamen Buben zutiefst, da er nicht zu den Kindern im Ort dazugehören kann, weil er keine Eltern hat wie die anderen.

 

Hans Raimund

Porträt des Autors als Leser. Rezensentin: Eva Riebler

Zuneigungen, Abneigungen, Verneigungen – so heißt der Untertitel und ist kritisches Programm des nun erschienenen Werkes Hans Raimunds. Er gilt als hervorragender Lyriker, Buchautor, Übersetzer etc. und weist eine ganze Reihe von inländischen und italienischen Würdigungen und Preisen vor. Er war berufsmäßig 13 Jahre in Duino/Triest schreibend und übersetzend, Lehrer an einer internationalen Schule, jedoch nicht als Grenzgänger, sondern sich freudig auf den Ort einlassend und veröffentlichte dort 6 seiner ca. 30 Bücher.

Ingeborg Kraschl

Erzählungen. Rezensentin: Claudia Taller

Nach ihrem ersten Erzählband ‚Rückkehr‘ aus dem Jahr 2010 – sowie einer Kriminalgeschichte 2014 und einem Gedichtband 2016 - legt Irene Kraschl nunmehr ihren zweiten Erzählband vor.

Klaus Ebner

Prosa. Rezensent: Bernhard Heinrich

Der formale Aufbau könnte einfacher nicht sein: Es handelt sich durchwegs um kurze Prosastücke mit Titeln, die aus einem Wort bestehen und die alphabetisch geordnet sind „abendlich“, „aufmerksam“, „augenzwinkernd“, usw. Den kurzen Texten ist wieder gemeinsam, dass sie aus einem einzigen Satz bestehen. Dieser Satz ist allerdings lang, oft mehr als eine Seite. Damit sind aber auch sogleich die Grenzen gesetzt und die Ausdrucks- und Erzählweise muss ganz bestimmten Regeln folgen.

Elisabeth Escher

Roman. Rezensent: Max Haberich

Das Schicksal Marie Muths, die mit sieben Jahren zum Pfarrer eines kleinen Dorfes kommt, steht repräsentativ für das Los vieler Heimkinder. Gerüchte schwirren bald durch die Luft, und es kommt sogar zum Skandal.

Wolfgang Fels

Lyrik. Rezensent: Max Haberich

Auch dieser Gedichtband von Wolfgang Fels besticht durch atmosphärisch dichte Stimmungsbilder, die man mit sich trägt, wenn man das Buch aus der Hand gelegt hat. Der Autor, der sein Berufsleben den Naturwissenschaften und der Medizin gewidmet hat, bietet originelle Wortschöpfungen und reiht bedeutungsschwangere Worte aneinander, die einem in dieser Verknüpfung noch nicht begegnet sind.

Claudia Taller

Erzählungen. Rezensent: Werner Stangl

Die titelgebende Erzählung „Ich habe gesehen“ beschäftigt sich thematisch eher mit „Ich habe gehört“, denn es geht in dieser um eine Bratschistin, die nach einem Auftritt in der Londoner Albert Hall in eine Gliederstarre verfällt, die eine Fortsetzung ihrer Karriere nicht mehr möglich erscheinen lässt. Die Autorin bedient sich dabei einer spannungsgeladenen Erzählform, die die LeserInnen lange im Unklaren darüber lässt, worum es sich bei diesem Text überhaupt handelt.

Claudia Taller

Ein Linz-Krimi. Rezensent: Werner Stangl

Der zweite „Linz-Krimi“ der Autorin beginnt mit einem Telefongespräch von Inspektor Eduard Strohammer mit dem Architekten und Maler Oliver Jung, der in der Lösehalle der früheren Linzer Tabakfabrik, einem 6-stöckigen Stahlskelettbau des Architekten Peter Behrens, einen Toten gefunden hat. Eigentlich wollte Jung Bezirksinspektorin Katharina Fisher sprechen, die er von einem früheren Fall kannte, aber die hatte an diesem Sonntag keinen Dienst.

Elfriede Bruckmeier

Erzählungen. Rezensent: Ewald Baringer

Seit Jahrzehnten leitet Elfriede Bruckmeier den Verein für Kunst und Kultur Eichgraben, eine verdienstvolle Institution, deren Stellenwert in der heimischen Kulturlandschaft gar nicht hoch genug geschätzt werden kann - und ist selbst zur Institution, mehr noch, zur Instanz geworden. In ihrem neuen, schön gestalteten Band zeigt sich die bisher vor allem als Lyrikerin literarisch in Erscheinung getretene Autorin als gewiefte Erzählerin, die gekonnt der Dichotomie aus Dichtung und Wahrheit frönt.

Hans Bäck

Roman. Rezensentin: Doris Kloimstein

Das Scheitern ist allen Idealisten gemeinsam – die Quintessenz des über vierhundert Seiten starken Romans von Hans Bäck. Wer davon überzeugt ist, dass Wirklichkeit, Wissen und Moral mit Denken und Erkenntnis ursächlich verbunden sind, der will sich dennoch an einen Strohhalm der Hoffnung klammern. Diesen Strohhalm der Hoffnung bekommt man am Ende geschenkt, wenn man die Lektüre durchgehalten hat.

Rudolf Kraus

Lyrik. Rezensent: Josef Graßmugg

Ist „schein oder nichtschein“ tatsächlich die letzte Frage der Menschheit?

Matthias Mander

Geschichten vom Literatenstammtisch. Rezensent: Matthias Mander

Für 14,95 Euro bietet der Goldeggverlag 200 Seiten österreichische Nachkriegsliteraturgeschichte in ihrer komprimiertesten und kompromittierendsten – zugleich jedoch verführerisch unterhaltsamen – Form an. Aus der Feder dreier maximal hierfür ausgewiesener Persönlichkeiten – Prof. Dr. Ingrid Schramm, Romancière, Biographin, Journalistin, Vorsitzende des Frauenkomitees im PEN-Club; Dr. Doris Kloimstein, Prosaistin, Librettistin, Pädagogin, ehem. Schulprojektkleiterin in Brasilien und ehem. PEN-Generalsekretärin; Dr. Edwin Baumgartner, Feuilletonredakteur der Wiener Zeitung, Komponist, Buchautor – liegen 37 brillante Geschichten vor, die das konkrete hiesige sprachkünstlerische Universum in Miniaturen über sein schöpferisches Personal der letzten 75 Jahre erschließen.

Cornelia Travnicek

Roman. Rezensentin: Eva Riebler

Von nichts wissen wir in Wahrheit, sogar wenn wir es einander entgegenschreien. Und wer würde uns auch glauben.

Michael Kanofsky

Roman. Rezensent: Max Haberich

Wenn sich der Leser an den Stil Kanofskys gewöhnt hat, der an den einer Avantgardebühne gegen 1969 erinnert, erschließt sich ihm eine nicht uninteressante Geschichte, die zwar alle Wien-Klischees von Backhendel bis Kaffeehaus bedient, aber zum Glück auch in andere Städte der Welt führt: etwa auf Spuren Stefan Zweigs nach Brasilien.

Josef Brodträger

Roman. Rezensent: Max Haberich

Hat man sich einmal an die merkwürdige Empfehlung des Lektors gewöhnt, Ortsnamen kursiv zu setzen, lässt man sich auf die kurzweilige und schnell zu lesende Geschichte eines Mannes im besten Alter ein, der noch keineswegs zu alt für die Versuchungen körperlicher Liebe ist. Aber ein Schicksalsschlag trifft ihn aus heiterem Himmel. Und dann noch einer.

Jacqueline Gillespie

Roman. Rezensent: Max Haberich

Gillespies neuestes Buch ist eher ein „Roman mit Leiche“, wie es im Untertitel heißt, als ein Krimi. Was braucht man auch die Ausweidungsrituale mancher ihrer skandinavischen Autorenkollegen am Schneeberg?

Constantin Schwab

Erzählungen. Rezensent: Max Haberich

Warum sollte man Schwab lesen? Einer der Gründe ist, dass in seinen Erzählungen keine Klischees zu finden sind. Und falls man doch über eines stolpert, jagt es der Autor im nächsten Moment in die Luft. Die Rollen, die Mann und Frau voreinander spielen – und nun gerade die der Frau – stellt Schwab auf erfrischende Weise auf den Kopf, aber ohne dem Zeitgeist dabei Zugeständnisse zu machen.

Gerald Eschenauer

Lyrik. Rezensent: Max Haberich

Eschenauers Lyrik, die ohne Großbuchstaben auskommt, besticht durch ihre Themenvielfalt.

Robert Streibel

Gedichte. Rezensentin: Elfriede Bruckmeier

Wer früh mit seinem Lebensmotto in Berührung gekommen ist, den lässt es nie mehr los. Robert Streibel hat sich um die Aufarbeitung der Verbrechen des Dritten Reichs bemüht und das Gedenken als seine wichtigste Aufgabe gesehen.

Linda Kreiss

Ein Nepal-Roman, Rezensent: Max Haberich

Linda Kreiss nimmt uns mit auf eine Reise an die nordöstliche Grenze Indiens, ins Land der Himalaya. Ihrer lebendigen, bildhaften Sprache zum Trotz handelt es sich hierbei nicht um eine idyllische Reisebeschreibung, sondern um echtes menschliches Drama.

 

Herbert Jan Janschka

Roman, Rezensent: Max Haberich

Herbert Jan Janschka, Autor von Lyrik, Prosa und Theaterstücken, hat mit Vier Zeilen für Gott und die Welt eine Sammlung von Epigrammen vorgelegt, die formell in der Tradition von Hebbel und Erich Kästner stehen.

 

Leopold Hnidek

Rezensent: Max Haberich

Wussten Sie, dass das Perpetuum Mobile bereits erfunden wurde? Ja! Und zwar in Oberhausen. Hiermit ist nicht die Industriestadt im Ruhrgebiet gemeint, keineswegs. Sondern die beschauliche Ortschaft im Marchfeld. Leider ruht die Erfindung, die Österreich gegen alle Zeiten vor feindlichen Übergriffen gesichert hätte, auf dem Grunde der Donau.

Dietmar Grieser

Rezensent: Wolfgang Groiss

Der Kenner und Liebhaber der Grieserschen Bücher hat dieses Werk, welches ich rezensieren darf, thematisch letztlich erwartet. Dietmar Grieser legt in diesem "Hohelied der Liebe" ein Bekenntnis zur größten Tugend des Menschen ab: Was bleibt, ist die Liebe! Das menschliche Streben nach Bleibendem findet in diesem Buchtitel seine optimistische Erfüllung.

Christl Greller

Gedichte. Rezensent: Alfred Warnes

Schon im Buchtitel steckt als Schwerpunkt das Verrinnen und Wegschwemmen von Zeit, das Abschiednehmen und Sich-Abfinden-Müssen mit der Vergänglichkeit, das Beenden und Entgleiten. Die Titel der einzelnen Gedichte setzen das fort, ebenso wie einzelne Verszeilen: Das Ticken der Uhren, das Schwingen der Sensen, das Hufklicken der apokalyptischen Reiter. Stimmen und Worte werden fremd. die Stunden unscharf, es berührt das Auffinden von Requisiten verstorbener nahestehend Gewesener.

 

Maria Gornikiewicz

Erzählung, Rezensentin: Elfriede Bruckmeier

Maria Gornikiewicz ist essgelungen, mit ihrer Valerie Kirchheiser den Prototyp einer nicht mehr jungen, resoluten Favoritnerin zu kreieren, die nun bereits im vierten Buch räsonierend und philosophierend durch Leben geht. Tapfer pflegt sie ihre diversen Leiden, aber auch genüsslich ihre Freundschaften.

Bernhard C. Bünker

Dialektgedichte, Rezensentin: Christine Tippelreiter

Bernhard C. Bünker lebte von 1948-2010. Aus Anlass des 70. Geburtstags haben seine Freunde Axel Karner und Manfred Chobot diese Gedichtsammlung herausgegeben. Bernhard C. Bünker war einer der bedeutendsten Erneuerer der Dialektdichtung. Er war in der 68er-Bewegung engagiert und wehrte sich gegen die sogenannten Heimatdichter und (...)

Jacqueline Gillespie

Roman, Rezensent: Max Haberich

Der vierte Roman in Jacqueline Gillespies Schneeberg-Krimireihe ist erschienen. Der Wiener Inspektor Patrick Sandor ermittelt wieder. Das Buch ist durchzogen von feinem Humor, der sich (...)

Wolfgang Fels

Lyrik, Rezensent: Wolfgang Groiss

Der Autor Dr. med. Wolfgnag Fels, geb. 1942, war bis zu seiner Pensionierung als Allgemeinmediziner in Salzburg tätig. Erst später begann er seine schriftstellerische Tätigkeit mit dem Lyrikband "Sinnig - Unsinniges" im Pustet-Verlag (2010).

 

Johannes Diethart

Rezensent: Gottfried Pixner

Johannes Diethart haben wir (u.a.) schon einige exemplarische Aphorismen - als auch Prosabände zu verdanken, die Letzteren mit der ihm eigenen Brillanz verfasst, die es ihm gestattet, gerade durch einen satirischen Unterton, oder ein philosophisches Herangehen, die harten, treffsicheren Konturen seiner Aussagen ・ ohne Wirkungseinbuße ‒ konziliant abzufedern.

Max Haberich

Roman, Rezensent: Martin Stankowski

Das Buch besticht durch das sprachlich Unverblümte der Darstellungsweise, die Frische gleichsam «frei von der Leber weg». Die gesamte Schilderung atmet die ungebrochene auktorial-geradlinige Verbindungskraft und den Schwung des Debütromans: Man darf folglich schon jetzt auf weitere Bücher Max Haberichs gespannt sein … und sich freuen.