Rezensionen - Archiv

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Judith Gruber-Rizy

Roman. Rezensent: Michael Stradal

Was macht diese Stadt K. zu einer schrecklichen Stadt? Was ist andererseits doch so anziehend an diesem vom Massentourismus verschonten Badeort auf einer griechischen Halbinsel, dass Rosa, eine 36jährige Österreicherin, unbedingt wieder dorthin reisen will?

Peter Paul Wiplinger

Gedichte 2010 – 2020. Rezensentin: Elisabeth Schawerda

Es geht um ‚sachliche Wirklichkeit im Sinne der existenziellen Befindlichkeit‘, schreibt der Autor über seine zuletzt erschienen Gedichte. Keine Metaphern, keine Überhöhungen, nicht das Schöne sei angestrebt. Sogenannte ‚Lapidargedichte‘ nennt Wiplinger diese Lyrik.

Katrin Bernhardt

Gedichte. Rezensentin: Eva Riebler

Die Autorin lebt im Burgenland und in Wien. Sie studierte Archäologie und Philosophie, war Sängerin und Texterin und erhielt zahlreiche Preise für ihre Lyrikbände

Axel Karner

Gedichte. Rezensentin: Eva Riebler

Axel Karner wurde 1955 in Zlan, Oberkrain/Slowenien geboren, unterrichtete in Wien evangelische Religion und darstellendes Spiel und soziales Lernen. Er veröffentlichte nun seinen siebten Gedichtband.

Elisabeth Schawerda

Vierundzwanzig Gedichte mit Offsetfarblithografien von Ingrid Brandstetter.

Rezensentin: Rosemarie Schulak

Lyrik, so ist oft zu hören, sei doch nichts anderes als eine Gegenwelt zur schwer erträglichen Wirklichkeit; deshalb gebe es kaum Wirkungsmächtigeres als ein wohlgesetztes Gedicht, wenn nur die ungeliebten Wahrheiten des Lebens darin nicht verleugnet und verdreht, im Poem am Ende zur Lüge werden.

Wolfgang Kühn

Anthologie. Rezensentin: Doris Kloimstein

Die Literaturedition Niederösterreich macht einfach gute Bücher. Das hat nichts mit Aufmachung, Optik zu tun, sondern mit guter, solider Buchgestaltung. Literarisch niveauvolle, spannende, aufrüttelnde, verstörende, besinnliche Texte könnte und kann man auch online lesen. Für den bibliophilen Menschen geht es aber auch um Augenlust und das haptische Erlebnis.

Josefa Plank

Vier Lesetheaterstücke. Rezensentin: Doris Kloimstein

Genüssliche Unterhaltung, mit einem Schuss Psychotherapie, sprich Selbsterfahrung, und ein Stamperl Ernst wie ein Magenbitter … kann denn so was Lektüre sein? Wenn die Autorin Josefa Plank heißt, dann geht das auf kongeniale Weise zusammen.

Maria Gornikiewicz

Kindheitserinnerungen. Rezensent: Ewald Baringer

„Einen facettenreichen exemplarischen Rückblick in eine kindliche Lebenswelt der 1940er und 1950er Jahre in Wien“ und eine „rundum gelungene Geschichte mit viel historischem Tiefgang“ konzediert Günter Müller, Leiter der Dokumentation lebensgeschichtlicher Aufzeichnungen an der Universität Wien, dem Band.

Beatrix Kramlovsky

Roman. Rezensent: Georg Potyka

Sechs k.u.k. Offiziere finden sich am Ende des Ersten Weltkrieges in einem Gefangenenlager in Ostsibirien zusammen und beschließen, sich in ihre Heimat durchzuschlagen. Angetrieben werden sie von Karl, den es zu seiner geliebten Fanny und seinem kleinen Sohn Max nach Wien zieht.

Sascha Wittmann

Erzählungen. Rezensent: Leopold Hnidek

Alles Alltag – der Titel des Buches in der Auslage lockt ganz sicher nicht mit Spannung, Dramatik und Unterhaltung, dachte ich und wollte schon weitergehen, doch dann dachte ich daran, was Alltag eigentlich ist. Der Alltag ist die Bühne, auf der wir mehr oder weniger gut unser tägliches Stück spielen, in dem es um Zwänge, Anpassen und nicht zuletzt auch ums Überleben geht, eingefasst in ein Gespinst von Abhängigkeiten, das für viele immer dichter und bedrängender wird.

Markus Grundtner

Kurzgeschichten. Rezensent: Max Haberich

Juristische Terminologie ist eine Sprache für sich, die vielen Leuten auf ewig unverständlich bleibt. Dabei gibt es Anwälte, die gar nicht so schlecht schreiben können, wie etwa John Grisham oder Ferdinand von Schirach – und sie verkaufen ihre Romane in hohen Auflagen. Markus Grundtner, der sich auf Arbeitsrecht spezialisiert hat, bereichert seine Sprachgewandtheit mit einem feinen Sinn für Ironie.

Rosemarie Schulak

Die Geschichte einer Selbstwerdung. Rezensentin: Sylvia Zwettler-Otte

Die Lyrikerin und Prosa-Schriftstellerin Rosemarie Schulak stellt sich im Vorwort dieser "Entwicklungsgeschichte eines nach der Geburt weggelegten Kindes" zwei Fragen: wie sich dieses isolierte Kind für das Gute und Schöne entscheiden konnte, und wie es diese "destruktiven Erfahrungen", das Böse und sogar die Angst davor überwinden konnte.

Elisabeth Schawerda

Vierundzwanzig Gedichte mit Offsetfarblithografien von Ingrid Brandstetter.

Rezensentin: Claudia Taller

Vierundzwanzig Gedichte – vierundzwanzig Gedichte? – es sind viel mehr! Ein jedes Gedicht verführt zum Weiter-Denken, zum Weiter-Träumen; verweilen wollen wir bei jedem Gedicht, die Zeit fließt dahin; und am Ende des schmalen Bandes meinen wir, einen großen Schatz an Gedichten gehoben zu haben – und beginnen von Neuem.

Klaus Ebner

Erzählungen. Rezensentin: Elfriede Bruckmeier

Wenn man nicht wüsste, was aus dem jungen Mann von einst geworden ist, der hier vor 35 Jahren mit leichter Hand und erstaunlich reif kurze Erzählungen schrieb, man würde ihm eine Zukunft als Schriftsteller voraussagen. Nun, nach vielen Veröffentlichungen macht er dieses Jugendwerk zugänglich, das es damals in nur wenigen Exemplaren als Kopierdruck gab.

Leopold Hnidek

Roman. Rezensentin: Elfriede Bruckmeier

Was macht ein Autor, der eigentlich Archäologe werden wollte und das aus wirtschaftlichen Gründen nicht geworden ist? Er schreibt neben dem Brotberuf Romane, in welchen er sein Wissen unterbringen kann, schreibt also über Ausgrabungen und auch über seine Sorge um die wenigen noch als Nomaden lebenden Völker. „Die erste Stadt“ ist so ein Roman.

Eva Kittelmann

Vermutungen – Lyrische Sequenzen. Rezensent: Gottfried Pixner

„… wir können das Denken gar nicht mehr verlernen, ihm stündlich ausgesetzt & ausgeliefert. Wir sitzen mitten drin. Kann sein, dass fern ein Endpunkt der Gedanken, unendlicher Gedankenreihen, jetzt nah erscheint (oder auch nicht). Denken ist Licht, ist Einsicht und Bemessen …“

Michael Stradal

Ein Gröbmingkrimi. Rezensent: Franz Forster

Normalerweise lese ich kaum Krimis, und normalerweise schreibe ich auch keine Rezensionen (mehr). Aber ...

llse Tielsch

Roman. Rezensent: Michael Stradal

Die Autorin, Doyenne der österreichischen Gegenwartsliteratur, führt uns im dritten Band ihrer Trilogie – Band 1: ‚Die Ahnenpyramide‘, Band 2: ‚Heimatsuchen‘, alle drei bereits in den Jahren 1980 bis 1988 erschienen – durch das leidvolle Dasein der nach 1945 aus ihren verschiedenen Heimaten vertriebenen Deutschen, die nach anfänglich heftigem Miss­­t­rau­­en und Ablehnung durch die bodenständige Bevölkerung seitens der offiziellen Stellen sehr unterschiedliche Hilfen und Unterstützungen erfahren haben, je nachdem, ob sie in Deutschland oder in Österreich gestrandet sind.

Rosemarie Schulak

Die Geschichte einer Selbstwerdung. Rezensentin: Sidonia Gall

Diese außergewöhnliche und berührende Geschichte beginnt in der Mitte der 1930er Jahre. Unter unfassbaren Bedingungen verläuft, von Beginn an das beschwerliche Leben eines heranwachsenden Kindes. Das Neugeborene, ein Knabe, wurde nach der Geburt auf den Stufen einer Kirche abgelegt.

Norbert Leitgeb

Das heitere Arztbrevier. Rezensent: Wolfgang Groiss

Einer der fleißigsten Autoren ist unbestritten Norbert Leitgeb, in Graz beheimatet, Universitätsprofessor für Health Care Engineering an der TU Graz i.R. Schriftsteller und Gitarrist. Als Ausgleich zur wissenschaftlichen Exaktheit pflegt Norbert Leitgeb sein immenses Fabulierungstalent und schenkt uns in schöner Regelmäßigkeit stets unterhaltsame Gedichte, Kurzgeschichten und Essays, die in Literaturzeitschriften, Anthologien sowie Monographien erscheinen.

Max Haberich

Erzählungen und Satiren. Rezensent: Wolfgang Groiss

Der Autor Max Haberich studierte Germanistik sowie Geschichte in Tübingen und Cambridge, dissertierte dort und lebt seit 2014 in Wien, wo er wertvolle Kulturarbeit leistet. Wenn der Rezensent gleich in medias res geht, liegt dem ein Motiv zugrunde, welches das Hohelied über den Autor zu Superlativen veranlasst. Es muss nämlich zu äußerster Vorsicht wegen des hohen Suchtpotentials dieses Buches aufgerufen werden.

Etela Farkašová

Erzählungen. Rezensentin: Rosemarie Schulak

Die Philosophin und vielfach preisgekrönte Schriftstellerin Etela Farkasová ist in ihrer slowakischen Heimat als Lyrikerin und sehr beliebte, ja eine der meistgelesenen Prosaistinnen bekannt, die ihre Leser aus trivialen Welten in verborgene Bereiche menschlichen Seelenlebens führt. Aus ihrem umfangreichen mehr als dreißigbändigen Werk liegen mit „Stillleben eines frühen Abends" bereits fünf Bücher in deutscher Sprache vor; genug um eine Vielfalt subtiler Themen der großen Erzählerin kennen und schätzen zu lernen.

Etela Farkašová

Erzählungen. Rezensentin: Sascha Wittmann

Stillleben eines frühen Abends versammelt sechs Erzählungen. Gemeinsam ist ihnen, dass gewiss scheinende Identitäten plötzlich unsicher werden. Die Protagonistinnen – es sind durchwegs Frauen – entstammen einem intellektuellen Milieu, Reflexion gehörte immer zu ihrem Leben, was diese schleichenden Veränderungen umso bedrohlicher machen.

Regine Koth Afzelius

Roman. Rezensent: Martin Stankowski

Zu den inhaltlichen (ikonografischen, namentlich ikonologischen) Darlegungen ließe sich ziemlich viel ergänzen, einiges einwenden, sogar in Frage stellen. Doch eine nachgelieferte kunsthistorische Prüfung würde (ungeachtet der in den Inspirationsquellen aufgeführten wissenschaftsnahen Publikationen) dem Impetus des Buchs beileibe nicht entsprechen:

Wolfgang Groiss

Gedichte zum Verweilen in eiliger Zeit. Rezensent: Bernhard Heinrich

Das Werk von Wolfgang Groiss ist umfangreich und vielseitig, es umfasst Jahrzehnte der Produktion und reicht von heiterer Lyrik bis zur Mundart, kehrt aber immer wieder zu den großen ernsten Themen der Lyrik zurück. Der vorliegende Band ist eine Art Zusammenschau der vergangenen Beschäftigung mit Liebe, Landschaft, Jahreszeiten, Vergänglichkeit und unserem Verhältnis zu Gott, Themen, die ja alle innig zusammenhängen.

Schawerda/Zwettler-Otte

Rezensent: Gottfried Pixner

Beide Autorinnen sind den interessierten Leserinnen und Lesern wohlbekannt ‒ Germanistinnen beide; dazu weist sich Frau Schawerda noch als Kunsthistorikerin, Frau Zwettler-Otte zudem als Psychologin und Lehranalytikerin der „Wiener Psychoanalytischen Vereinigung“ aus. Man darf gespannt sein, wie die beiden Damen, derart sensibel „aufgerüstet“, aus dem Rohmaterial der „gefährlichen kleinen Wörter“ mit geschicktem Griff verräterische Wortpartikel herausfischen, um sie seelenärztlich „abzuklopfen“.

Rosemarie Schulak

Die Geschichte einer Selbstwerdung. Rezensentin: Annemarie Moser

Georg, der Protagonist der Erzählung „Das andere Brot“, ist in den frühen Dreißigerjahren als Baby von seiner Mutter im Stiegenhaus eines Klosters ausgesetzt worden. Als Findelkind wird er der Kleinbauernfamilie „B.“ übergeben, wo er Kostkind und Arbeitskraft ist. Niemand weiß genau, wie alt er und woher er gekommen ist, diese Ungewissheit verunsichert den schweigsamen Buben zutiefst, da er nicht zu den Kindern im Ort dazugehören kann, weil er keine Eltern hat wie die anderen.

 

Hans Raimund

Porträt des Autors als Leser. Rezensentin: Eva Riebler

Zuneigungen, Abneigungen, Verneigungen – so heißt der Untertitel und ist kritisches Programm des nun erschienenen Werkes Hans Raimunds. Er gilt als hervorragender Lyriker, Buchautor, Übersetzer etc. und weist eine ganze Reihe von inländischen und italienischen Würdigungen und Preisen vor. Er war berufsmäßig 13 Jahre in Duino/Triest schreibend und übersetzend, Lehrer an einer internationalen Schule, jedoch nicht als Grenzgänger, sondern sich freudig auf den Ort einlassend und veröffentlichte dort 6 seiner ca. 30 Bücher.

Ingeborg Kraschl

Erzählungen. Rezensentin: Claudia Taller

Nach ihrem ersten Erzählband ‚Rückkehr‘ aus dem Jahr 2010 – sowie einer Kriminalgeschichte 2014 und einem Gedichtband 2016 - legt Irene Kraschl nunmehr ihren zweiten Erzählband vor.

Klaus Ebner

Prosa. Rezensent: Bernhard Heinrich

Der formale Aufbau könnte einfacher nicht sein: Es handelt sich durchwegs um kurze Prosastücke mit Titeln, die aus einem Wort bestehen und die alphabetisch geordnet sind „abendlich“, „aufmerksam“, „augenzwinkernd“, usw. Den kurzen Texten ist wieder gemeinsam, dass sie aus einem einzigen Satz bestehen. Dieser Satz ist allerdings lang, oft mehr als eine Seite. Damit sind aber auch sogleich die Grenzen gesetzt und die Ausdrucks- und Erzählweise muss ganz bestimmten Regeln folgen.

Elisabeth Escher

Roman. Rezensent: Max Haberich

Das Schicksal Marie Muths, die mit sieben Jahren zum Pfarrer eines kleinen Dorfes kommt, steht repräsentativ für das Los vieler Heimkinder. Gerüchte schwirren bald durch die Luft, und es kommt sogar zum Skandal.

Wolfgang Fels

Lyrik. Rezensent: Max Haberich

Auch dieser Gedichtband von Wolfgang Fels besticht durch atmosphärisch dichte Stimmungsbilder, die man mit sich trägt, wenn man das Buch aus der Hand gelegt hat. Der Autor, der sein Berufsleben den Naturwissenschaften und der Medizin gewidmet hat, bietet originelle Wortschöpfungen und reiht bedeutungsschwangere Worte aneinander, die einem in dieser Verknüpfung noch nicht begegnet sind.

Claudia Taller

Erzählungen. Rezensent: Werner Stangl

Die titelgebende Erzählung „Ich habe gesehen“ beschäftigt sich thematisch eher mit „Ich habe gehört“, denn es geht in dieser um eine Bratschistin, die nach einem Auftritt in der Londoner Albert Hall in eine Gliederstarre verfällt, die eine Fortsetzung ihrer Karriere nicht mehr möglich erscheinen lässt. Die Autorin bedient sich dabei einer spannungsgeladenen Erzählform, die die LeserInnen lange im Unklaren darüber lässt, worum es sich bei diesem Text überhaupt handelt.

Claudia Taller

Ein Linz-Krimi. Rezensent: Werner Stangl

Der zweite „Linz-Krimi“ der Autorin beginnt mit einem Telefongespräch von Inspektor Eduard Strohammer mit dem Architekten und Maler Oliver Jung, der in der Lösehalle der früheren Linzer Tabakfabrik, einem 6-stöckigen Stahlskelettbau des Architekten Peter Behrens, einen Toten gefunden hat. Eigentlich wollte Jung Bezirksinspektorin Katharina Fisher sprechen, die er von einem früheren Fall kannte, aber die hatte an diesem Sonntag keinen Dienst.

Elfriede Bruckmeier

Erzählungen. Rezensent: Ewald Baringer

Seit Jahrzehnten leitet Elfriede Bruckmeier den Verein für Kunst und Kultur Eichgraben, eine verdienstvolle Institution, deren Stellenwert in der heimischen Kulturlandschaft gar nicht hoch genug geschätzt werden kann - und ist selbst zur Institution, mehr noch, zur Instanz geworden. In ihrem neuen, schön gestalteten Band zeigt sich die bisher vor allem als Lyrikerin literarisch in Erscheinung getretene Autorin als gewiefte Erzählerin, die gekonnt der Dichotomie aus Dichtung und Wahrheit frönt.

Hans Bäck

Roman. Rezensentin: Doris Kloimstein

Das Scheitern ist allen Idealisten gemeinsam – die Quintessenz des über vierhundert Seiten starken Romans von Hans Bäck. Wer davon überzeugt ist, dass Wirklichkeit, Wissen und Moral mit Denken und Erkenntnis ursächlich verbunden sind, der will sich dennoch an einen Strohhalm der Hoffnung klammern. Diesen Strohhalm der Hoffnung bekommt man am Ende geschenkt, wenn man die Lektüre durchgehalten hat.

Rudolf Kraus

Lyrik. Rezensent: Josef Graßmugg

Ist „schein oder nichtschein“ tatsächlich die letzte Frage der Menschheit?

Matthias Mander

Geschichten vom Literatenstammtisch. Rezensent: Matthias Mander

Für 14,95 Euro bietet der Goldeggverlag 200 Seiten österreichische Nachkriegsliteraturgeschichte in ihrer komprimiertesten und kompromittierendsten – zugleich jedoch verführerisch unterhaltsamen – Form an. Aus der Feder dreier maximal hierfür ausgewiesener Persönlichkeiten – Prof. Dr. Ingrid Schramm, Romancière, Biographin, Journalistin, Vorsitzende des Frauenkomitees im PEN-Club; Dr. Doris Kloimstein, Prosaistin, Librettistin, Pädagogin, ehem. Schulprojektkleiterin in Brasilien und ehem. PEN-Generalsekretärin; Dr. Edwin Baumgartner, Feuilletonredakteur der Wiener Zeitung, Komponist, Buchautor – liegen 37 brillante Geschichten vor, die das konkrete hiesige sprachkünstlerische Universum in Miniaturen über sein schöpferisches Personal der letzten 75 Jahre erschließen.

Cornelia Travnicek

Roman. Rezensentin: Eva Riebler

Von nichts wissen wir in Wahrheit, sogar wenn wir es einander entgegenschreien. Und wer würde uns auch glauben.

Michael Kanofsky

Roman. Rezensent: Max Haberich

Wenn sich der Leser an den Stil Kanofskys gewöhnt hat, der an den einer Avantgardebühne gegen 1969 erinnert, erschließt sich ihm eine nicht uninteressante Geschichte, die zwar alle Wien-Klischees von Backhendel bis Kaffeehaus bedient, aber zum Glück auch in andere Städte der Welt führt: etwa auf Spuren Stefan Zweigs nach Brasilien.

Josef Brodträger

Roman. Rezensent: Max Haberich

Hat man sich einmal an die merkwürdige Empfehlung des Lektors gewöhnt, Ortsnamen kursiv zu setzen, lässt man sich auf die kurzweilige und schnell zu lesende Geschichte eines Mannes im besten Alter ein, der noch keineswegs zu alt für die Versuchungen körperlicher Liebe ist. Aber ein Schicksalsschlag trifft ihn aus heiterem Himmel. Und dann noch einer.

Jacqueline Gillespie

Roman. Rezensent: Max Haberich

Gillespies neuestes Buch ist eher ein „Roman mit Leiche“, wie es im Untertitel heißt, als ein Krimi. Was braucht man auch die Ausweidungsrituale mancher ihrer skandinavischen Autorenkollegen am Schneeberg?

Constantin Schwab

Erzählungen. Rezensent: Max Haberich

Warum sollte man Schwab lesen? Einer der Gründe ist, dass in seinen Erzählungen keine Klischees zu finden sind. Und falls man doch über eines stolpert, jagt es der Autor im nächsten Moment in die Luft. Die Rollen, die Mann und Frau voreinander spielen – und nun gerade die der Frau – stellt Schwab auf erfrischende Weise auf den Kopf, aber ohne dem Zeitgeist dabei Zugeständnisse zu machen.

Gerald Eschenauer

Lyrik. Rezensent: Max Haberich

Eschenauers Lyrik, die ohne Großbuchstaben auskommt, besticht durch ihre Themenvielfalt.

Robert Streibel

Gedichte. Rezensentin: Elfriede Bruckmeier

Wer früh mit seinem Lebensmotto in Berührung gekommen ist, den lässt es nie mehr los. Robert Streibel hat sich um die Aufarbeitung der Verbrechen des Dritten Reichs bemüht und das Gedenken als seine wichtigste Aufgabe gesehen.

Linda Kreiss

Ein Nepal-Roman, Rezensent: Max Haberich

Linda Kreiss nimmt uns mit auf eine Reise an die nordöstliche Grenze Indiens, ins Land der Himalaya. Ihrer lebendigen, bildhaften Sprache zum Trotz handelt es sich hierbei nicht um eine idyllische Reisebeschreibung, sondern um echtes menschliches Drama.

 

Herbert Jan Janschka

Roman, Rezensent: Max Haberich

Herbert Jan Janschka, Autor von Lyrik, Prosa und Theaterstücken, hat mit Vier Zeilen für Gott und die Welt eine Sammlung von Epigrammen vorgelegt, die formell in der Tradition von Hebbel und Erich Kästner stehen.

 

Leopold Hnidek

Rezensent: Max Haberich

Wussten Sie, dass das Perpetuum Mobile bereits erfunden wurde? Ja! Und zwar in Oberhausen. Hiermit ist nicht die Industriestadt im Ruhrgebiet gemeint, keineswegs. Sondern die beschauliche Ortschaft im Marchfeld. Leider ruht die Erfindung, die Österreich gegen alle Zeiten vor feindlichen Übergriffen gesichert hätte, auf dem Grunde der Donau.

Dietmar Grieser

Rezensent: Wolfgang Groiss

Der Kenner und Liebhaber der Grieserschen Bücher hat dieses Werk, welches ich rezensieren darf, thematisch letztlich erwartet. Dietmar Grieser legt in diesem "Hohelied der Liebe" ein Bekenntnis zur größten Tugend des Menschen ab: Was bleibt, ist die Liebe! Das menschliche Streben nach Bleibendem findet in diesem Buchtitel seine optimistische Erfüllung.

Christl Greller

Gedichte. Rezensent: Alfred Warnes

Schon im Buchtitel steckt als Schwerpunkt das Verrinnen und Wegschwemmen von Zeit, das Abschiednehmen und Sich-Abfinden-Müssen mit der Vergänglichkeit, das Beenden und Entgleiten. Die Titel der einzelnen Gedichte setzen das fort, ebenso wie einzelne Verszeilen: Das Ticken der Uhren, das Schwingen der Sensen, das Hufklicken der apokalyptischen Reiter. Stimmen und Worte werden fremd. die Stunden unscharf, es berührt das Auffinden von Requisiten verstorbener nahestehend Gewesener.

 

Maria Gornikiewicz

Erzählung, Rezensentin: Elfriede Bruckmeier

Maria Gornikiewicz ist essgelungen, mit ihrer Valerie Kirchheiser den Prototyp einer nicht mehr jungen, resoluten Favoritnerin zu kreieren, die nun bereits im vierten Buch räsonierend und philosophierend durch Leben geht. Tapfer pflegt sie ihre diversen Leiden, aber auch genüsslich ihre Freundschaften.

Bernhard C. Bünker

Dialektgedichte, Rezensentin: Christine Tippelreiter

Bernhard C. Bünker lebte von 1948-2010. Aus Anlass des 70. Geburtstags haben seine Freunde Axel Karner und Manfred Chobot diese Gedichtsammlung herausgegeben. Bernhard C. Bünker war einer der bedeutendsten Erneuerer der Dialektdichtung. Er war in der 68er-Bewegung engagiert und wehrte sich gegen die sogenannten Heimatdichter und (...)

Jacqueline Gillespie

Roman, Rezensent: Max Haberich

Der vierte Roman in Jacqueline Gillespies Schneeberg-Krimireihe ist erschienen. Der Wiener Inspektor Patrick Sandor ermittelt wieder. Das Buch ist durchzogen von feinem Humor, der sich (...)

Wolfgang Fels

Lyrik, Rezensent: Wolfgang Groiss

Der Autor Dr. med. Wolfgnag Fels, geb. 1942, war bis zu seiner Pensionierung als Allgemeinmediziner in Salzburg tätig. Erst später begann er seine schriftstellerische Tätigkeit mit dem Lyrikband "Sinnig - Unsinniges" im Pustet-Verlag (2010).

 

Johannes Diethart

Rezensent: Gottfried Pixner

Johannes Diethart haben wir (u.a.) schon einige exemplarische Aphorismen - als auch Prosabände zu verdanken, die Letzteren mit der ihm eigenen Brillanz verfasst, die es ihm gestattet, gerade durch einen satirischen Unterton, oder ein philosophisches Herangehen, die harten, treffsicheren Konturen seiner Aussagen ・ ohne Wirkungseinbuße ‒ konziliant abzufedern.

Max Haberich

Roman, Rezensent: Martin Stankowski

Das Buch besticht durch das sprachlich Unverblümte der Darstellungsweise, die Frische gleichsam «frei von der Leber weg». Die gesamte Schilderung atmet die ungebrochene auktorial-geradlinige Verbindungskraft und den Schwung des Debütromans: Man darf folglich schon jetzt auf weitere Bücher Max Haberichs gespannt sein … und sich freuen.