ÖSTERREICHISCHER SCHRIFTSTELLER/INNENVERBAND
Der Österreichische Schriftsteller/innenverband (kurz ÖSV) ist so alt wie die Zweite Republik. Gegründet 1945 in Wien als „Verband demokratischer Schriftsteller und Journalisten Österreichs“, hat er das literarische Leben dieser Republik Generation für Generation mitgestaltet.
Seine Aufgabe besteht im Wesentlichen darin, Entstehendes zu fördern, auf Übersehenes hinzuweisen und an die Vergessenen zu erinnern.
Dem freien Wort verpflichtet, den Werten der Demokratie und der Menschenrechte, versteht sich der Verband als eine partei- und marktunabhängige Plattform für Schreibende und Publizierende aller Sparten und Generationen.
Jahreszeitenworte
Paula von Preradović
(1887–1951)
Meeresmittag
O Schwimmen durch die Bläue! Gläsern klares
Entrücktes Gleiten durch die feuchte Kühle,
Bewegte Rast auf weitbeglänztem Pfühle,
Salzigen Mundes und druchnäßten Haares.
Die Welt ist fort und wahr ist nur die Welle,
Die zackig glitzernd an den Himmel grenzt,
Von Wasserstaub und milchigem Schaum gekränzt,
In Meeresmittags hoher Zauberhelle.
Du blickst nicht um. Du weißt im Sonnenbrand
Weit hinter dir und ohne Schatten liegen
Den ginsterüberbuschten Felsenstrand.
Vom Fluch der Schwere hat dich Gott entbunden.
Wie der Maëstral der Möwen lichtes Fliegen,
Trägt dich die Flut durch die türkisenen Stunden.
aus Paula von Preradović:
Dalmatinische Sonette
(Zsolnay 1933)
Der Tintentisch
Der „Tintentisch“ ist eine Initiative des ÖSV, gegründet im Rahmen der Nachwuchsarbeit des Verbands. Er macht es sich zur Aufgabe, den literarischen Austausch zwischen jungen Autor/innen durch regelmäßige Stammtische („Tintentische“) und mehrere Lesungen pro Jahr zu fördern. Er ist offen für Mitglieder des ÖSV und andere Interessierte, die bereits literarische Veröffentlichungen vorweisen können.