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Gina Mattiello im Literaturhaus Wien

Am Montag, dem 11. Mai um 19 Uhr stellt Gina Mattiello „Aufzeichnungen einer Blinden“ im Literaturhaus Wien vor.

Das Jubiläum 200 Jahre Brailleschrift im Jahr 2025 war für den Verlag Edition Eremitage am Kamp Beweggrund, das Hörspiel von Gina Mattiello als Buch in eine Form umzusetzen, welches sehbehinderte und sehende Menschen eine gleichrangige und gleichzeitige Leseerfahrung ermöglicht. Schrift als Bedeutungsträger soll als körperlich erfahrbares Material simultan les- und tastbar werden.

Der Text beruht auf Gesprächen mit nichtsehenden Menschen. Er setzt sich mit dem Wahrnehmen jenseits vom Sehen auseinander, fokussiert bewusst auf den Hör- und Tastsinn und war zunächst als Lesung mit Musik konzipiert. Bei den Aufführungen stehen gesprochene Stimme, Schlagwerk und elektronische Klänge in einem gleichwertigen Verhältnis zueinander und soll Sehende und Nichtsehende einen gleichen sinnlichen Zugang ermöglichen. Bei diesem Aufführungsprojekt des Kunstkollektivs büro lunaire ist die Musik integraler Bestandteil und öffnet den Text in einen akustischen Raum, der Wahrnehmung, Rhythmus und Materialität miteinander verbindet.

Bei der Buchpräsentation wird dieses Hörspiel auszugsweise aufgeführt (Schlagwerk: Igor Gross; Kompositionen: Reinhold Schinwald). Gina Mattiello liest abwechselnd mit Beate Hattinger (Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich), den Text der Schwarz- und Brailleschrift aus dem Werk.

Im Gespräch mit dem Verleger Clemens Feigel wird auf die Komplexität der Umsetzung des Buches eingegangen. Die Herausforderung die Schwarz- und Brailleschrift in derselben Positionierung übereinanderzulegen, beide lesbar/tastbar zu drucken/prägen führte in einem monatelangen Prozess zu einem haptisch einzigartigen Buch, welches sich dem Wettbewerb um das schönste Buch Österreichs 2025 stellte.

Literaturhaus Wien
Seidengasse 13
1070 Wien