Rezension
Mirella Kuchling
Mörderische Frauenzimmer & Mörderische Liebespaare
Mörderische Frauenzimmer
edition keiper 2023, 220 Seiten
ISBN 978-3-903322-84-4
Mörderische Liebespaare
edition keiper 2026, 168 Seiten
ISBN 978-3-903575-75-2
Ein Buch bis Payerbach und eins am Rückweg: klein, handlich, nur 208 bzw.163 Seiten stark, sind Mirella Kuchlings Bücher ideal für Zug- und Busreisen. Dreizehn historische Kriminialgeschichten versprechen die „Frauenzimmer“ und zehn die „Liebespaare“ – True Crime aus der ganzen Welt. Auch der Zeitrahmen ist erstaunlich: Zwischen dem 17. Jahrhundert und dem Jahr 2006 spielen die mörderischen Geschichten. Die Gliederung ist klar: zuerst die literarische Erzählung der Verfasserin und ihre Interpretationen, dann eine kurze Zusammenfassung der historischen Tatsachen der Fälle, soweit sie bekannt sind.
Einen ruhigen Sitzplatz gefunden und schon geht es los. Vom Hauptbahnhof bis Meidling sind das Vorwort, die Einleitung und die Biografie der Autorin gelesen: Sie schreibt und publiziert Krimis über und in Graz bei der edition keiper. Dann Eintauchen bis Baden: Jane Toppan aus Massachussets, gefolgt von Maria Pöschl aus Thal bei Graz. Bis Wiener Neustadt ist Geschichte um Geschichte gelesen, mag der Schaffner kommen oder nicht. Der Rest reicht bis Payerbach.
Inhaltlich soll nichts verraten werden. Kuchlings Stil ist kurzweilig und vergnüglich. Ja, man sollte sich nicht an Gräueltaten vergnügen, gibt die Autorin zu bedenken. Aber wenn alles so ansprechend erzählt ist, bekommt jedes True Crime den Charakter eines nicht allzu brutalen Krimis.
Auf der Rückfahrt von Payerbach nach Wien gehen sich die „Mörderischen Liebespaare“ locker bis Meidling aus. Das im Buch letztgenannte Möderpaar stammt aus Kanada und wurde von Death Metal Musik inspiriert. „Goth war ganz ihr Ding“. Sie war zwölf Jahre alt, er 23.
Statt „20 Spritzer bis Amstetten“ also lieber „Mörderische Frauenzimmer“ und „Mörderische Liebespaare“ lesen! Über den Semmering geht es sich sogar bis Graz aus.
Irmtraut Karlsson (2026)