Jahreszeitenworte
Paula von Preradović
(1887–1951)
Meeresmittag
O Schwimmen durch die Bläue! Gläsern klares
Entrücktes Gleiten durch die feuchte Kühle,
Bewegte Rast auf weitbeglänztem Pfühle,
Salzigen Mundes und druchnäßten Haares.
Die Welt ist fort und wahr ist nur die Welle,
Die zackig glitzernd an den Himmel grenzt,
Von Wasserstaub und milchigem Schaum gekränzt,
In Meeresmittags hoher Zauberhelle.
Du blickst nicht um. Du weißt im Sonnenbrand
Weit hinter dir und ohne Schatten liegen
Den ginsterüberbuschten Felsenstrand.
Vom Fluch der Schwere hat dich Gott entbunden.
Wie der Maëstral der Möwen lichtes Fliegen,
Trägt dich die Flut durch die türkisenen Stunden.
aus Paula von Preradović:
Dalmatinische Sonette
(Zsolnay 1933)
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